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Meta analysiert Knochenstruktur und Koerpergroesse per KI, um minderjaehrige Nutzer zu erkennen - Expansion in 27 EU-Laender

Was wirklich drin steht

Meta hat am 5. Mai 2026 angekuendigt, KI-Technologie einzusetzen, die Fotos und Videos auf visuelle Hinweise wie Koerpergroesse und Knochenstruktur analysiert, um einzuschaetzen, ob ein Nutzer unter 13 Jahre alt ist. Meta betont ausdruecklich, dass es sich nicht um Gesichtserkennung handelt - die KI identifiziere keine spezifische Person, sondern analysiere allgemeine visuelle Merkmale. Zusaetzlich zur visuellen Analyse durchsucht die KI gesamte Profile nach kontextuellen Hinweisen: Geburtstagsfeiern in Fotos, Erwaehnung von Schulklassen oder Jahrgangsstufen in Posts, Kommentaren und Bios. Wird ein Nutzer als mutmasslich minderjaehrig eingestuft, wird das Konto deaktiviert. Der Nutzer muss dann sein Alter ueber Metas Altersverifikationsprozess nachweisen, um eine Loeschung zu verhindern. Gleichzeitig expandiert Meta seine Teen Accounts nach 27 EU-Laendern und Brasilien. Teen Accounts beinhalten automatische Schutzfunktionen: private Profile, eingeschraenkte Kontaktmoeglichkeiten, taegliche Nutzungslimits und einen Ruhemodus, der Benachrichtigungen nachts stummschaltet. Die Technologie wurde bisher in den USA, Australien, Kanada und Grossbritannien eingesetzt. Facebook in der EU und UK soll die Technologie ab Juni 2026 erhalten.

Unsere Einordnung

Die Bedenken sind teilweise berechtigt und erfordern differenzierte Betrachtung. Positiv: Kinderschutz im Internet ist ein legitimes und dringendes Anliegen. Minderjaehrige unter 13 Jahren sollten laut Metas eigenen Nutzungsbedingungen und EU-Recht (DSGVO Art. 8) nicht auf diesen Plattformen sein. Meta unternimmt hier konkrete technische Schritte statt nur auf Selbstauskunft zu vertrauen. Problematisch: Die Analyse von Knochenstruktur und Koerpergroesse aus Fotos ist de facto biometrische Verarbeitung - auch wenn Meta es nicht 'Gesichtserkennung' nennt. Die DSGVO klassifiziert biometrische Daten als besondere Kategorie personenbezogener Daten (Art. 9), deren Verarbeitung grundsaetzlich verboten ist, es sei denn, ein Ausnahmetatbestand greift. Meta stuetzt sich vermutlich auf 'berechtigtes Interesse' oder Kinderschutz-Ausnahmen, aber die Rechtsgrundlage ist umstritten. Zudem stellt sich die Frage der Genauigkeit: Koerpergroesse und Knochenstruktur variieren erheblich zwischen Individuen, ethnischen Gruppen und bei frueh- oder spaetentwickelten Jugendlichen. Fehlklassifikationen sind unvermeidlich. Die Kombination aus visueller Analyse und Profilscanning bedeutet eine umfassende algorithmische Ueberwachung aller Nutzer - nicht nur der Minderjaehrigen.

Relevanz für Deutschland

Direkt relevant fuer Deutschland und die EU. Die Expansion der Teen Accounts in alle 27 EU-Laender betrifft Millionen deutscher Jugendlicher und deren Eltern. Die DSGVO stellt hohe Anforderungen an die Verarbeitung biometrischer Daten - insbesondere bei Minderjaehrigen. Die deutsche Datenschutzkonferenz (DSK) hat wiederholt betont, dass biometrische Verfahren zur Altersverifikation nur unter strengen Voraussetzungen zulaessig sind. Der Hamburgische Datenschutzbeauftragte hat Meta bereits in der Vergangenheit wegen Datenschutzverstoessen sanktioniert. Es ist wahrscheinlich, dass europaeische Datenschutzbehoerden diese neue KI-Analyse pruefen werden. Gleichzeitig dringen deutsche Politiker und der Deutsche Kinderschutzbund seit Jahren auf besseren Jugendschutz im Netz - hier besteht ein Spannungsfeld zwischen Datenschutz und Kinderschutz, das die deutsche Debatte praeген wird.

Faktencheck

Die Ankuendigung ist durch Metas eigenen Newsroom-Blogpost sowie zahlreiche unabhaengige Medienberichte vom 5. Mai 2026 bestaetigt. TechCrunch, Android Headlines, 9to5Mac und Digital Trends berichten uebereinstimmend ueber die Technologie. Meta selbst beschreibt den Ansatz als 'nicht Gesichtserkennung', was von 9to5Mac kritisch hinterfragt wird. Die Expansion in 27 EU-Laender wird von US News, RTE und The Munich Eye bestaetigt. Die Teen-Account-Schutzfunktionen (private Profile, Nutzungslimits, Ruhemodus) stammen aus Metas offiziellem Blogpost. Die Primaerquelle (Meta Newsroom) ist direkt verfuegbar.

Quelle

  • TechCrunch 05.05.2026 (techcrunch.com/2026/05/05/meta-will-use-ai-to-analyze-height-and-bone-structure-to-identify-if-users-are-underage/)
  • Meta Newsroom 05.05.2026 (about.fb.com/news/2026/05/ai-age-assurance-teens/)
  • Android Headlines 05.05.2026 (androidheadlines.com/2026/05/facebook-instagram-turn-to-ai-bone-analysis-for-underage-detection.html)
  • 9to5Mac 05.05.2026 (9to5mac.com/2026/05/05/meta-ai-will-analyze-faces-of-teen-users-but-its-not-face-recognition/)
  • US News 05.05.2026 (money.usnews.com/investing/news/articles/2026-05-05/meta-to-expand-teen-safeguards-to-27-eu-countries-facebook-safeguards-in-june)
  • RTE 05.05.2026 (rte.ie/news/business/2026/0505/1571790-meta-expands-ai-age-technology-to-eu/)
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