EU verschiebt KI-Gesetz — aber verbietet Nudifier-Apps sofort
Was wirklich drin steht
Das EU-Parlament hat mit 569 zu 45 Stimmen beschlossen, die Fristen für Hochrisiko-KI-Systeme auf Dezember 2027 zu verschieben. Gleichzeitig wurde ein sofortiges Verbot von Nudifier-Apps beschlossen — KI-Systeme, die ohne Einwilligung sexuell explizite Bilder von realen Personen erzeugen. Transparenzpflichten (Wasserzeichen, Deepfake-Kennzeichnung) sollen bis November 2026 gelten.
Unsere Einordnung
Eine gemischte Entscheidung: Das Nudifier-Verbot ist ein klarer Schutz für Betroffene — vor allem Frauen und Minderjährige sind von diesen Tools betroffen. Die Verschiebung der Hochrisiko-Fristen gibt Unternehmen Luft, bedeutet aber auch: KI-Systeme bei Polizei, Grenzschutz und Bewerbungsverfahren bleiben länger unreguliert. Amnesty International hat diese Verschiebung scharf kritisiert.
Relevanz für Deutschland
Direkt geltendes EU-Recht. Deutsche Behörden und Unternehmen bekommen mehr Vorbereitungszeit. Für Bürger heißt es: Der Schutz vor Hochrisiko-KI kommt später als versprochen.
Faktencheck
Die Abstimmungsergebnisse sind öffentlich einsehbar. 569 Ja, 45 Nein. Amnesty kritisierte die Verschiebung in einer offiziellen Stellungnahme.
Quelle
- • EU Parlament Abstimmung 26.03.2026
- • Amnesty International Statement 04/2026